Starkregen in Köln: So schützen Sie Ihren Keller vor Überflutung
Köln hat in den letzten Jahren wiederholt Starkregen-Ereignisse erlebt, bei denen in kurzer Zeit Regenmengen fielen, die das Kanalnetz nicht mehr aufnehmen konnte. Die Folge: Rückstau in Kellerleitungen und überflutete Keller. Als Stadt am Rhein ist Köln besonders exponiert. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihr Eigentum schützen.
Warum Kölner Keller besonders gefährdet sind
Köln vereint mehrere Risikofaktoren: Die Lage am Rhein sorgt für einen hohen Grundwasserstand, besonders in den Stadtteilen Deutz, Rodenkirchen und der Altstadt. Das Kanalnetz ist in vielen Bereichen ein Mischsystem, in dem Regen- und Schmutzwasser gemeinsam abgeleitet werden. Bei Starkregen wird dieses System überlastet.
Zusätzlich ist die Bodenversiegelung in der Innenstadt und in dicht bebauten Vierteln wie Ehrenfeld und Nippes hoch. Regenwasser kann nicht versickern und strömt direkt in den Kanal. Die StEB Köln investiert zwar in den Ausbau, aber bei extremen Niederschlägen reicht die Kapazität trotzdem nicht.
Das Risiko steigt: Laut Klimaprognosen werden Starkregenereignisse in NRW häufiger und intensiver. Eigentümer müssen selbst vorsorgen, denn die Stadt haftet nicht für Rückstauschäden in privaten Gebäuden.
Drei Schutzmaßnahmen, die wirklich helfen
Erstens: Eine Rückstauklappe in der Grundleitung. Sie verhindert, dass Wasser aus dem überlasteten Kanal in Ihren Keller drückt. In Köln ist das die wichtigste Einzelmaßnahme und für Entwässerungsgegenstände unterhalb der Rückstauebene baurechtlich vorgeschrieben.
Zweitens: Eine Hebeanlage für Kellertoiletten und -duschen. Anders als eine Rückstauklappe pumpt die Hebeanlage Abwasser aktiv über die Rückstauebene. Das ermöglicht den Weiterbetrieb der Kellerräume auch bei Rückstau im Hauptkanal.
Drittens: Abdichtung der Kellerwände und Bodenplatte gegen drückendes Wasser. Eine professionelle Kellerabdichtung verhindert, dass Grundwasser bei hohem Rheinpegel oder Starkregen durch die Wände drückt. Besonders in Rodenkirchen und der Altstadt ist das ein Thema.
Notfallplan für den Ernstfall
Trotz aller Vorsorge kann eine Überflutung eintreten. Bereiten Sie sich vor: Lagern Sie keine unwiederbringlichen Werte im Keller. Heben Sie Elektrogeräte und Möbel mindestens 20 Zentimeter über Bodenniveau an.
Halten Sie eine Tauchpumpe bereit, um eingedrungenes Wasser abzupumpen. Achten Sie darauf, dass die Pumpe an einen hochwassersicheren Stromanschluss angeschlossen ist. Schalten Sie bei Wassereinbruch sofort den Strom im Keller ab.
Dokumentieren Sie Schäden mit Fotos und melden Sie diese unverzüglich Ihrer Gebäudeversicherung. In Köln bietet die StEB Köln Beratung zum Überflutungsschutz an und stellt Starkregen-Gefahrenkarten zur Verfügung, auf denen Sie das Risiko für Ihr Grundstück ablesen können.